Wir sind Umweltschule

Nur zwei Jahre nach Gründung der F.L.A.U.S.E. (Frei Lebendig Abenteuerlich Unbezwingbar Sicher die welt Entdecken) – Freie Schule Hochheim am Main wurde sie am 10.9.2024 in Fulda als Umweltschule ausgezeichnet.

Die Auszeichnung wird vergeben vom Hessischen Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen und dem Hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat und ehrt das besondere Engagement einer Schule in der Umsetzung der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Hierfür ist es wichtig, dass sich die gesamte Schulgemeinschaft dafür einsetzt, dass die Schule besondere Bestrebungen im Bereich Nachhaltigkeit und Umwelt unternimmt. So waren Kinder, pädagogisches Team, Schulleitung und Geschäftsführung wie auch die Eltern als zentraler Bestandteil der Schulgemeinschaft daran beteiligt.

Um besonderes Engagement nachzuweisen, hat sich die Freie Schule Hochheim für zwei ausgeschriebene Schwerpunkte entschieden:

 

Naturnahes Schulgebäude und Schulgarten Der erste Schwerpunkt, Aufbau eines naturnahen Schulgeländes bzw. Schulgarten wurde über den Aufbau von Hochbeeten aus Holz, das ansonsten weggeworfen wäre, von den Eltern der Schule realisiert. Mit den Kindern wurden dort verschiedene Gemüsesorten angebaut und geerntet, in der Schulküche teils weiter verarbeitet oder direkt roh verzehrt. Die Anschaulichkeit und lebensweltliche Nähe, die die Kinder in solcherlei Situationen durch Selbsttätigkeit erleben, lässt sie nachhaltig lernen und verstehen, was es heißt, Gemüse selbst anzubauen. Das Verständnis des natürlichen Lebenskreislaufes wird auch durch die Arbeit mit dem Saisonkalender unterstützt, mit dem die Kinder lernen, wann welches Gemüse vor Ort wächst und woher das andere Gemüse stammt. So wird bei den Essensplanungen gemeinsam mit den Kindern erarbeitet, was zum Mittag gegessen wird, welche Nährstoffe das Essen enthält, warum Bio- zertifizierte Nahrungsmittel für uns und die Umwelt gesünder sind uvm. Die Kinder helfen beim Kochen in der Schulküche mit und sind so zentral daran beteiligt, sich zu versorgen. Zugleich ist dies ein großes Lernfeld: Rezepte auf die korrekte Personenanzahl hochrechnen, wiegen, mit dem Messbecher abmessen und erleben, was funktioniert und woraus wir lernen dürfen, es beim nächsten Mal anders zu machen. So führte beispielsweise ein angebrannter Milchreistopf dazu, dass in der Folge die Rolle eines „Rührkindes“ von den Kindern festgelegt wurde, das stetig im Topf rührt, damit bei der großen Menge Reis auch nichts anbrennt. Seither gab es keinen angebrannten Milchreis mehr.:-) Lernen zum Anfassen und mit realen Folgen, der intrinsischen Motivation der Kinder folgend – dafür steht die F.L.A.U.S.E. in Hochheim.

Bedeutsam im Rahmen des Dokumentationsprozesses für den Nachweis nachhaltiger Bestrebungen sind außerdem Inhalte des Curriculums der Bildung für Nachhaltige Entwicklung. Auf diese Weise lernten die Kinder an der Freien Schule Hochheim zusätzlich zu den im Schulcurriculum festgelegten Inhalten die Bedeutung unserer Nahrungsmittelqualität, die Folgen für die Natur, die je nach Konsumverhalten divergieren und vieles mehr zu Nachhaltigkeitsaspekten. Es wurden viele Upcyclingprojekte mit den Kindern unternommen, wie z.B. künstlerische Gestaltungen aus Wegwerfprodukten, die der Kreativität der Kinder unbegrenzten Raum schenkten. Auch wurde als Schulausflug die Hochheimer Mülldeponie-Park Flörsheim mitsamt einer Führung unternommen, sodass die Kinder hautnah miterleben konnten, was mit unserem Müll geschieht und welche Folgen ein unbewusster Umgang mit unserer Natur hat. Mit großer Freude sammeln die Flause-Kinder, wie sie einander selbst liebevoll nennen, mit Greifzangen und Handschuhen Müll rund um das Schulgelände im Hochheimer Gewerbegebiet, weil für sie Natur- und Umweltschutz eine Selbstverständlichkeit geworden sind. Danach wird der Müll sorgsam getrennt und sortiert von den Kindern, ebenso wie in der Schule selbst. Auf diese Weise lernen die Kinder alltagsnah und nebenbei, wie wir bewusst, respektvoll und verantwortungsbewusst mit den Resten unserer Konsumgüter und jenen unserer Mitmenschen umgehen.

 

Nachhaltiger Konsum und fairer Handel wurde als zweiter Schwerpunkt der Beantragung als Umweltschule mit den Schulkindermärkten institutionalisiert, die 2 Mal jährlich Jahreszeitenspezifisch öffentlich stattfinden. Zu diesen Märkten werden alle Schulen und Kitas Hochheims eingeladen und die Kinder verkaufen einander selbst hergestellte Produkte, überwiegend aus Materialien, die aus der Natur stammen oder die ansonsten weggeworfen worden wären. Verschiedene Kitas und Schulen Hochheims besuchen die meist an Vormittagen stattfindenden Märkte, damit die Kinder der Einrichtungen im Vordergrund stehen und mit mitgebrachtem Geld selbst entscheiden können, was sie erwerben möchten. Der Markt dient ganz nebenbei der Vernetzung der Hochheimer Betreuungs- und Bildungseinrichtungen und stellt die Selbsttätigkeit der Kinder sowie ihre Kreativität in den Vordergrund. Nachhaltigen Konsum lebt die Schule auch, indem sie beim Biomarkt Alnatura ihre Lebensmittel kauft und eine Kooperationsvereinbarung mit der Domäne Mechtildshausen eingegangen ist, die wöchentlich der Schule Lebensmittel spendet. Zuvor wurde die Schule von Alnatura mit einem wöchentlichen Einkaufsgutschein in Höhe von 50 Euro unterstützt. An dieser Stelle herzlichen Dank für die wertvollen Kooperationen und die geteilte Wertebasis!

Im Jahr 2026 wird die Freie Schule Hochheim eine neue Dokumentation im Rahmen ihrer Aktivtäten zur Umweltschule beim Ministerium einreichen.

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